Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz: 1/3 aller Unternehmen sucht einen neuen Chef

Die älter werdende Unternehmerschaft und die damit aktueller werdende Frage der Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz steht immer mehr im Blickpunkt der regionalen Diskussion. Verbände, Wirtschaftsförderungen und Kammern widmen diesem Thema immer mehr Raum in ihren Veranstaltungskalendern und Beratungsgesprächen. Ist diese Hinwendung auf das Thema Panikmache oder Realität?

Das Institut für Mittelstandsforschung und die KfW stellten in unabhängigen Studien bereits vor einiger Zeit fest, dass Deutschland eine Welle der Unternehmensnachfolge bevorsteht. Laut IFM sind bis 2018 rund 135.000 Unternehmen mit etwa 2 Millionen Arbeitnehmern vor einem Generationswechsel stehen. Dies ist ohne Zweifel eine beeindruckend große Zahl: Bei Betrachtung der einzelnen Bundesländer zeigen sich große Unterschied. So stehen im wirtschaftsstarken Nordrhein- Westfalen rund 29.400 und in Bayern 23.900 Unternehmen vor dem Nachfolgethema.

34% aller Firmen suchen eine Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz

Nur 6.200 Unternehmen müssen im gleichen Zeitraum ihre Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz planen. Dies klingt im Vergleich nicht besonders hoch, entspricht aber 34 Prozent aller aktiven Unternehmen in der Region. Im Klartext bedeutet dies, daß in über einem Drittel der mittelständisch geführten Unternehmen in Rheinland-Pfalz in den nächsten drei Jahren der Kapitän von Bord und in den Ruhestand geht.

Für viele Firmeninhaber ist die Fortführung ihres Unternehmens die größte unternehmerische Herausforderung der kommenden Jahre. Auch Rheinland-Pfalz kann sich nicht dem bundesweiten Trend entziehen: Nur etwa 40 Prozent der Unternehmer finden ihren Nachfolger innerhalb der eigenen Familie. Immerhin in etwa 17 Prozent aller Generationswechsel kann ein Unternehmensnachfolger im Rahmen eines Management-Buy-Outs unter den Mitarbeitern der eigenen Firma gefunden werden. In etwa 35 Prozent aller Fälle muß eine externe Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz organisiert werden.

Somit müssen bereits heute 8-10 Prozent aller Seniorunternehmer damit rechnen, keinen Nachfolger zu finden und das Unternehmen zu schließen. Tendenz steigend. Was sind die Gründe dafür?

  • Unternehmermangel: Die Bereitschaft, sich selbständig zu machen und unternehmerische Verantwortung zu übernehmen nimmt bei den jüngeren Generationen ab. Gründe sind dafür u.a. die persönliche Lebensplanung, ein erhöhtes Freizeitbedürfnis und finanzielle Gründe. Gerade im Handwerk wird der Unternehmermangel überdeutlich. Trotz der meist positiven Zukunftsperspektiven finden immer weniger Unternehmer übernahmewillige Meister oder Unternehmer. Viele junge Handwerker in den Meisterklassen der Kammern sind nicht bereit, unternehmerische Verantwortung zu unternehmen.
  • Betriebsgrößen: Viele der zu übergebenden Unternehmen sind vom Strukturwandel in ihren jeweiligen Branchen betroffene. Für Kleinbetriebe, die aufgrund ihrer Auftrags- und Umsatzlage bereits heute kaum einen marktgerechten Unternehmerlohn verdienen, keine Eigenkapitalverzinsung aufweisen ist die Fortführung gefährdet.
  • Kaufpreiserwartungen: Gerade Eigentümer kleiner Unternehmen haben oftmals sehr hohe Erwartungen an den im Falle eines Verkaufs zu erzielenden Preis. Unrealistische Kaufpreisvorstellungen erschweren es, einen Nachfolger zu finden sowie den Kauf zu finanzieren.

Damit wird es für viele dieser kleinen, regional verwurzelten Firmen schwer, einen Unternehmensnachfolger in Rheinland-Pfalz zu finden.

Was kann ein Firmeninhaber bei der Vorbereitung des Generationswechsels also tun?

Eine Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz ist ein komplexes, professionell zu managendes Projekt. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich bei der Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge immer kompetente Beratung einholen. Die oftmals kostenfrei von Kammern und Verbänden angebotenen Beratungen und die kostengünstig Unternehmensbörsen geben dabei einen ersten groben Überblick über die wichtigsten Themen des anstehenden Nachfolgeprojektes. Über diese Checkliste erhalten Seniorunternehmer ebenfalls einen ersten Überblick zum Stand ihres Nachfolgeprojektes.

In der konkreten Vorbereitung und Umsetzung helfen dann spezialisierte Beratungsunternehmen weiter. Inhaber kleinerer Unternehmen scheuen dabei oft die mit der Organisation des Generationswechsels entstehenden Kosten und versuchen, dieses Projekt neben ihrem Tagesgeschäft zu managen. Dabei zahlt sich die Investition in die professionelle Vorbereitung und Durchführung einer Unternehmensnachfolge aus: Ein strukturierter Prozess erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projektes deutlich. Ein seriös agierender Nachfolgeberater begleitet Unternehmer kleinerer Unternehmen auch kostengünstig in Teilbereichen  z.B. bei der Vorbereitung einer Unternehmensbewertung, der Erstellung eines Unternehmensexposés und begleitet Verhandlungen.

Systematische bundesweite Suche erhöht Erfolgschancen

Bei der systematischen Suche nach einem Nachfolger hilft das Netzwerk des Beraters Kaufinteressenten zu identifizieren.  Mit www.unternehmenskauf-24.de betreiben z.B. K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten – eine bundesweite Kandidatenbörse, auf der aktuell rund 1.500 geprüfte Unternehmenskäufer mit Ihren detaillierten Suchprofilen registriert sind.

Nicht nur bei einer familieninternen Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz hilft ein erfahrener Moderator bzw. Mediator, mögliche Konflikte im Prozess des Generationswechsels auszuräumen und tragfähige Regeln und Vereinbarungen zu finden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz und im gesamten Bundesgebiet ein hoch aktuelles Thema ist. Die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projektes steigt über eine professionelle Vorbereitung und Durchführung.

Über Karl Rehfuss:

Karl Rehfuß – ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Stuttgart und Spezialist für Unternehmensverkauf oder Unternehmenskauf im Mittelstand.

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